Aufruf zum mähfreien Mai

Den Rasenmäher einfach mal stehen lassen und stattdessen das gepflegte Grün für eine größere Artenvielfalt zumindest partiell in einen Wildblütenrasen verwandeln. Das ist das Ziel der Aktion „Mähfreier Mai“.

Im Mai sollten Gartenbesitzer ihre Rasenmäher, wenn möglich, im Schuppen stehen lassen und stattdessen dem Gras und vor allem Wildblumen beim Wachsen zusehen. Bunte und blühende Wiesen sind aus Gärten und der Kulturlandschaft inzwischen fast verschwunden, wodurch die Nahrung für viele Insekten immer knapper wird. Weil Insekten jedoch unentbehrlich sind – nicht nur für die Bestäubung vieler Nahrungspflanzen, sondern auch für das Gleichgewicht der Ökosysteme, und ihre Bestände in den letzten Jahren rapide gesunken sind, benötigen sie unsere Hilfe.

In den meisten Gärten nehmen die Rasenflächen mindestens die Hälfte der Fläche ein. Ein perfekt gepflegter Rasen ohne Kräuter bietet Insekten jedoch kaum Futter und Nistmöglichkeiten. Ein Rasen ohne Wildblumen und -kräuter ist für Insekten nahezu vergleichbar mit einer Beton- oder Schotterfläche, die leider gerade in den Vorgärten immer noch zu nehmen. Jeder kann im eigenen Garten dazu beitragen, den starken Rückgang von Wildpflanzen aufzuhalten und die Vielfalt von Blüten und Insekten wieder zu erhöhen. Und gerade der Mai ist für die Insekten besonders wichtig.

Eine andere Mähweise kann ebenfalls einen wertvollen Beitrag leisten. Wenn nur Wege oder Ränder gemäht werden, sieht der Garten immer noch gepflegt aus und die Wildblumenwiese entwickelt sich zum echten Hingucker.

In Dreieich und Neu-Isenburg fördert die DLB AöR seit 2020 verstärkt Wiesen auch auf innerstädtischen Grünflächen. Aus vielen Rasen- wurden Wiesenflächen. Die Wiesen haben stellenweise einen hohen Krautanteil, sodass diese als Blumen-Kräuter-Rasen teilweise bereits optisch ansprechend aussehen.

Jede Art von Wiesen oder Kräuterrasen bietet vielen Insekten und Wildbienen Nahrung und Unterschlupf. Je höher die Artenvielfalt der Wiesenblumen ist, desto umfangreicher ist das Nahrungsangebot. Ein Blumen-Kräuter-Rasen wird in der Zeit zwischen Juni und Juli das erste Mal gemäht. Dies führt zu einer zweiten Blüte im Sommer und bietet somit länger Nahrung für Wildbienen und Insekten. Eine zweite Mahd erfolgt dann im September oder Oktober. Das Schnittgut wird dabei abgeräumt, um dem Boden Nährstoffe zu entziehen. Denn je magerer die Wiese desto höher der Blütenreichtum.

Beispielhaft sei die Wiese am DLB-Hauptgebäude erwähnt, die im Moment ihre volle Wirkung entfaltet und schön anzusehen ist.

Wie Sie selbst eine Blumenwiese im Privatgarten anlegen können erfahren Sie auf der Homepage der DLB AöR unter Natur Pur – Grünregister.

Ein gleichlautender Wettbewerb der Deutschen Gartenbaugesellschaft DGG, bei dem es auch Preise zu gewinnen gibt ,wurde im letzten Jahr erstmals ins Leben gerufen. Infos unter: http://dgg1822.de/2022/03/28/aktion-maehfreier-mai-2022.