Eichenprozessionsspinner

Befallener Baum mit Eichenprozessionsspinnern

Seit einigen Jahren ist in Stadtgebieten Dreieichs und Neu-Isenburgs ein verstärkter Befall durch den Eichenprozessionsspinner (Thau-metopoea processionea) festzustellen. Ein Kontakt mit den Raupen des Nachtfalters kann zu massiven gesundheitlichen Schäden führen. In Abhängigkeit von der jeweiligen Zulassungssituation von Bekämpfungsmitteln werden die Raupen in Dreieich und Neu-Isenburg vorsorglich mit biologischen Mitteln bekämpft. In Befallssituationen werden die Raupen mechanisch entfernt.

Wann treten die Raupen des Eichenprozessionsspinners auf?
Die Raupen des Eichenprozessionsspinners schlüpfen je nach Witterung ab April bis etwa Anfang Mai und durchlaufen bis Ende Juni/Anfang Juli sechs Larvenstadien. Nach einer 3-5 wöchigen Verpuppung schlüpfen die Raupen als Falter.

Wie sehen die Raupen des Eichenprozessionsspinners aus?
Die Raupen durchlaufen in ihren sechs Larvenstadien Größen von wenigen Millimetern bis ca. 5 cm. Während der Entwicklungsstadien sind die Raupen unterschiedlich stark behaart. Zunächst sind sie gelblich-braun, später schwärzlich-graublau gefärbt. Sobald die Raupen schwärzlich-graublau sind, tragen sie eine dunkle Rückenlinie mit braunen, behaarten Warzen, graublauen Flanken und einer grünlich-hellgrauen Unterseite. Der Falter selbst ist ein Nachtfalter und eher unscheinbar.

Wo kommen die Raupen des Eichenprozessionsspinners vor?
Die Raupen des Eichenprozessionsspinners kommen an verschiedenen Eichenarten vor, hauptsächlich an Stiel- und Traubeneichen. Sie sind an den Eichenblättern und -zweigen zu finden. Später sammeln sich die Raupen häufig unter Astgabeln und am Stamm.

Was kann beim Kontakt mit dem Eichenprozessionsspinner passieren?
Ab dem 3. Larvenstadium bilden die Raupen des Eichenprozessionsspinners Brennhaare aus. Abhängig vom Immunsystem können Juckreiz, Hautentzündung bis zu allergischen Schockreaktionen bei überempfindlichen Personen auftreten. Daher sollten die mit Eichenprozessionsspinner befallenen Bereiche gemieden werden. Die Haut sollte mit Kleidung bedeckt sein, um den Kontakt mit den Brennhaaren zu verringern. Je nach Intensität der Symptome ist ein Arzt hinzuzuziehen, der ggf. Medikamente verabreicht. Die Wirksamkeit der Brennhaare bleibt über mehrere Jahre erhalten.

Welche Maßnahmen gibt es gegen den Eichenprozessionsspinner?
Zu den allgemeinen vorsorgenden Maßnahmen gehört die Förderung der natürlichen Gegenspieler wie z.B. Meisen, Stare, Kuckuck.

Weitere vorsorgende und mechanische Maßnahmen gegen die Raupen des Eichenprozessionsspinners sind nur mit entsprechender Sachkenntnis und Ausstattung durchzuführen:

Vorsorgend können biologische Mittel (Bacillus thuringiensis-Präparate) zum Zeitpunkt des Raupenschlupfes ausgebracht werden. Die Ausbringung muss unter Beachtung vieler Komponenten (wie z. B. Wetter mit Temperatur und Niederschlag, Austrieb der Eichen u. a.) geschehen und ist bis zum 2. Larvenstadium anzuwenden, bevor die Brennhaare ausgebildet werden.

Ab dem 3. Larvenstadium finden mechanische Maßnahmen statt. Sie umfassen die Entfernung der Raupen vom Baum. Hier eignet sich das Absaugen mit entsprechenden Geräten und einer Schutzausrüstung. Das fachgerechte Absaugen der Raupen wird von einigen Schädlingsbekämpfungs- oder Baumpflegefirmen angeboten. Es ist nicht ratsam ohne Fachkenntnisse und entsprechender Ausrüstung die Beseitigung der Raupen vorzunehmen.